Direkt zum Hauptbereich

Das BGE -Bedingungslose Grundeinkommen-?

Foto: Rosalux
Unser Beitrag zum 1. April 2016
Finnland experimentiert noch, die Schweiz verkündete bereits auf politischem Niveau eine Volksabstimmung zu seiner Einführung. Bedingungsloses Grundeinkommen, das ist ein Einkommen, das jedem Bürger bedingungslos gewährleistet wird, preisen die Einen, kritisieren die Anderen. Kann es in Deutschland eine Zukunft haben? Dazu auch mehr in einem Video, was gleich folgt. Ob bettelarm auf der Straße, ob Kleinverwalter eines lokalen Stadtbüros, ob gut verdienender Mediziner in einem Krankenhaus; jeder bekommt es: ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE). Es soll ein sicheres Leben des Einzelnengarantieren, zur sinnvollen Arbeit motivieren, Selbstverwirklichung eines jeden Individuums ermöglichen – kurz: mehr Freiheit schaffen, damit jeder ein menschenwürdiges Leben führen kann. Laut Experten gäbe es ein Umdenken in den Köpfen. Vielleicht eine Revolution, wenn alle mitmachen.

Wer nun meint es ist alles super und toll und wir können einfach so weitermachen, den wollen wir betroffen machen. List dazu unseren Artikel: Wie viele Sklaven arbeiten für Dich?
Bitte hier klicken
Sicher ist, sozialer Druck wird abgebaut. Das befreiende Gefühl lässt kreative Impulse neu entflammen, sodass sich die Gesellschaft kulturell und ideell weiterentwickelt. Für zwischen 800 und 1500 Euro monatlich plädieren befürwortende Ökonomen. Über den konkreten Betrag würden deutsche Politiker womöglich erst diskutieren, wenn dieses Modell kurz davor wäre, ernsthaft realisiert zu werden.


Ein neues Gesellschaftssystem

Ausgerechnet ein Milliardär ist unter den prominenten Verfechtern des BGE. Die Rede ist von dem dm-Chef Götz Werner, der seit Jahren für ein bedingungsloses Grundeinkommen kämpft. Ein Mitmensch, der es selbst am wenigsten braucht, aber sich am meisten dafür einsetzt. Für ihn befinde sich der Mensch mitten im Wandel von einer Industriegesellschaft in eine Informations- und Kulturgesellschaft. Hierbei seien neue finanzielle Formen und Reformen nötig. In diesem Fall handele es sich um ein bedingungsloses Grundeinkommen, im Gegenzug dazu: der Verfall von Sozialgeldern, sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer.
Doch es geht um weitaus mehr als eine neue Finanzordnung. Wenn das BGE Fuß fassen will, muss es im einzelnen Menschen erreichen, kapitalistische Grundwerte zu hinterfragen. Jeder bekommt gleich viel und wird somit aufgefordert, auf eine allgemein bescheidene Lebensweise zu wechseln. Maximale Gewinnorientierung gehört damit nicht mehr zur Tagesordnung.
Bedingungsloses Grundeinkommen – es regt zwar zum Arbeiten an, doch viele werden ebenso weniger arbeiten und sich mehr ehrenamtlichen Projekten widmen. Dadurch wird das Produktivitätsniveau vieler Unternehmen gesenkt, was die Existenz einer Leistungsgesellschaft quasi auflöst. Angesichts der großen Umweltprobleme, die mit dem Klimawandel, der Ressourcenverschwendung und der Überproduktion als größte Konsequenz ökonomischer Ziele in dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem einhergehen, käme ergo ein derartiger Umdenkungsprozess gerade recht.

Soziale Gleichheit!?

Auf den ersten Blick ist durch ein bedingungsloses Grundeinkommen die soziale Gleichheit sichergestellt, wären da nicht die bereits existierenden Privatvermögen und Gehälter der oberen Zehntausend. Hier stieße man auf ein Dilemma. Trotz der im Minimum sechsstelligen Zahl auf ihrem Konto sind auch sie berechtigt, das BGE zu beziehen. Weil nun das Steuersystem aber aus nur einer Abgabe (Konsumsteuer) bestehen würde, wären die Reichen nach wie vor von einer Vermögenssteuer befreit. Sie behielten ihr erhebliches Vermögen.
Die Kluft zwischen Arm und Reich würde sich nur minimal verkleinern. Nähme man sich willkürlich etwas von ihrem Nettovermögen, um diese mit allen anderen anzupassen, glich das einer Beschlagnahme des für ihre wertvolle und harte Arbeit verdienten Geldes. Und da wären wir wieder beim kapitalistischen Besitzanspruch.

Der Wert der Arbeit

Das führt uns zu der Frage, welche Bedeutung die Arbeit für den Menschen überhaupt einnimmt. Aktuell sieht es ganz danach aus, als hätte die Arbeit bei vielen einen rein ökonomischen Zweck. Sätze wie “Ich arbeite, damit ich meine Miete zahlen kann” oder “Ich arbeite, weil ich mir damit etwas Materielles verdient habe”, machen den Kopf nicht frei.
Sie lähmen das kreative Potenzial des Menschen, hemmen die Leidenschaften, die Träume, das Ehrenamt, das Engagement, den Optimismus. Man ist ein Anhängsel im System. Mit dem BGE mache der Mensch sich bewusst, dass Arbeit auch kulturell und sozial motiviert sein kann. Ich mache etwas für jemanden, ein anderer macht etwas für mich. Und das Tolle ist, wir können uns beruflich selbst entfalten, da wir alle gleichwertig abgesichert sind.
Kritikern fällt als erstes Argument ein, dass die Menschen von Natur aus Faultiere sind. Geschenktes Geld fürs Nichtstun bringe sie tatsächlich zum Nichtstun. Nun frage man sich aber, welchen Sinn es hat, dass die Evolutionsgeschichte Millionen Jahre braucht, um einen homo sapiens entstehen zu lassen, der am Ende ja doch nichts tut. Welchen Platz nehme er dann auf der Erde ein? Fakt ist, der Mensch hat einen Tätigkeitsdrang in sich. Nur so ist er kulturell zu dem geworden, was er heute ist. Er sucht Aufgaben, Herausforderungen, um Anerkennung zu finden und sich zu bereichern. Das BGE ändert das Arbeitsbewusstsein. Seine berufliche Herausforderung sucht sich der Mensch in seiner Selbstverwirklichung.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Das Modell nähert sich einer Wirtschaftsform, die man der bereits allzu bekannten Sharing Economy zuordnen kann. Wenn der ganze Geldtopf für das Grundeinkommen aufgeteilt wird, so entsteht ein globales Bewusstsein des Teilens. Dies führe in seinen Extremen aber zu Besitzlosigkeit, was das System Geld theoretisch unnötig macht. Doch da sich das der Kommunismus bereits fragte, würde eine Antwort hierbei zu weit gehen.
Da sich Befürworter und Opponenten aller Parteien von Links bis Neoliberal noch Argumente um die Köpfe werfen, bleibt eine politisch relevante Entscheidung abzuwarten. Das Modell bedingungsloses Grundeinkommens ist maximal in seinen Kinderschuhen, ein Entwurf, der hierzulande noch kein Potenzial hat. Die Idee weist auf verführerische Perspektiven Einzelner hin, aber um zu funktionieren, muss ein Bewusstseinswechsel bei den Menschen geschehen. Eine andere Wahrnehmung von Geld und Arbeit, von Kapital und Gleichheit, von Wirtschaft und Selbstentfaltung.
Das Eintreffen dieses Wechsels ist wahrscheinlich so vorhersehbar wie der Mauerfall. Sicher ist aber, dass etwas passieren wird. Durch die Maschinisierung und Digitalisierung von Arbeitsplätzen wird es mehr Menschen ohne Arbeit geben. Der Staat muss Maßnahmen finden, diese Menschen zu versorgen und ihnen finanzielle Absicherung zu garantieren. Was es auch ist, bis dahin schauen wir im kommenden Juni in die Schweiz, der Staat in Europa, der wohl am meisten mit Geld zu tun hat.
Quelle: Bedingungsloses Grundeinkommen

Kommentare

Beliebteste Post`s des Monats

Cowboy und Indianer -ein Lustvolles Spiel-

Textauszug: aus meinem Buch "Lümmel Luder Lust"
Eine Passage im Buch begann ungefähr so…
…Ich spielte gerne mit den Jungs aus der Nachbarschaft Cowboy und Indianer. Ich spielte es nicht, weil ich Puppen oder sonstiges Mädchenspielzeug nicht toll fand, ich spielte es weil ich jedes Mal gegen Ende des Spiels gefesselt wurde. Wenn ich gefesselt war, fühlte ich mich wohl, frei, verzückt. Ich brachte den Jungs bei, mich fester zu fesseln, öfter zu fesseln. Einmal vergaßen sie, mich sogar loszumachen und ich verbrachte Stunden gefesselt an einem Baum, bis mein Vater mich fand, mir die Fesseln löste und meinte, mich trösten zu müssen. Ich brauchte aber gar keinen Trost, ich genoss es und war ihm innerlich böse.

Später, als ich größer war, zwölf oder dreizehn, spielten meine Freundinnen mit mir Doktorspiele. Was ich dabei besonders liebte, waren Nadeln, die wir als Spritzen einsetzten. Ich brachte meiner Freundin bei, mich damit fest und fester zu piksen. Es erregte mich. Die, die mir…

Nationalismus in kleinen Dosen

Vor vielen Jahren warnte ich vor einer Welt, die sich im wachsenden Maße, in kleinen Dosen, zu einer Narzisstischen Welt entwickelt.
Politiker machen Politik für 1% der Menschheit und für die maßgeblichen 150 Konzerne dieser Welt.
Im Gegensatz zu den Wickingern fallen wir nicht in ein Land ein, um dieses Land zu berauben und die Menschen zu töten, sondern fallen in ein Land ein, um es auszubeuten und die Menschen dort für diese Ausbeutung als Sklaven arbeiten zu lassen. Wenn es dann beraubt ist und die Maschinerie der Ausbeutung wie geschmiert läuft, machen wir unsere Grenzen dicht, um den Wohlstand in den Raubenden Ländern zu sichern.
Doch die nimmersatten 1% und wenigen Konzerne dieser Welt rauben nun auch die aus, die sie als Fußvolk für Ihre Raubzüge eingespannt haben. Wachsende Armut in den Ländern, bei den Menschen, die sich aus reinem Kalkül des Vorteilsdenkens und persönlichen Wohlstand dafür hergegeben haben, zeigen uns, dass die Nimmersatten sich nun auch wachsend bei Ihrem…

In der Welt, die ich mir vorstelle....

gibt es völlig andere Regeln, eine völlig andere Sicht und eine völlig andere Art des Zusammenlebens und -arbeitens.
Wachsender Nationalismus ist nicht Lösung für unsere geschaffenen, weltweiten Probleme, sondern lediglich ein zu eingeschränkter Blickwinkel, dem sich kommende Generationen entziehen müssen.
Natur, Mensch, Tier, Nachhaltigkeit und Verteilung werden die Herausforderungen kommender Generationen sein.
Wir benötigen einen Paradigmenwechsel, keinen Systemstreit, sondern eine völlig neue inhaltliche Auseinandersetzung mit brennenden, zeitgemäßen Themen, die auf Antworten warten. Die Zeit läuft....

Daher möchte ich Thesen für diesen Paradigmenwechsel formulieren:

1. In der Welt, die ich mir vorstelle, gibt es keine Maschinenbesitzer mehr, keine Unternehmer, sondern jeder arbeitet für eine Unternehmung in einer Position. Handel ist fair und International agierende Unternehmungen zahlen in im jeweiligen Land ihre Steuern.

2.In der Welt, die ich mir vorstelle, gehören jedem Land …