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"Die Welt da draußen ist so laut geworden" -Textauszug

Textauszug aus meinem ersten Buch -2005- 

Der Wanderer der letzten Zeit

…….Dann sagte er einen Satz, der Maria lange beschäftige. Er sagte:
„Die Welt da draußen ist jedoch zu laut geworden und so hören die Menschen ihre eigene Stimme nicht mehr."

“Oja, und wie laut sie ist, dachte Maria bei sich und wie still es hier ist.Sie saßen noch schweigend einige Zeit da, bis Maria ruhig und zufrieden in den Schlaf fiel, umgeben von einer wohligen Wärme und einem Gefühl von Freiheit, dass sie selten so intensiv wahrnahm wir am heutigen Tag.

Ein Mann, der in der Dunkelheit wie ein Schatten wirkte saß am Feuer. Vor sich hatte er eine große Trommel, die aus einfachsten Mitteln gebaut war. Das Feuer ließ nur einen verschwommenen Blick auf die markanten Konturen zu, die sein Schatten zeichnete. Er blickte zur

Seite und das weiß der Augen leuchtete wie eine Schneeflocke, die mit eigenen Licht, einsam ihren Glanz in die tiefste Dunkelheit ausstrahlte.

Plötzlich begann der Mann zu trommeln und es begann zu regnen. Der Regen wurde zu einem Platzregen in der Wüste. Tiere befreiten sich aus der Erde. Unmengen an Käfern, Würmern krochen über den Boden und bedeckten ihn in einer wachsenden Schicht.


Der Mann saß dort mit seiner Trommel und trommelte intensiver, stärker, schneller in einem Rhythmus, der sich langsam zu einem Finale entwickelt wollte.Der Mann wechselte die Orte, an denen er Trommelte. Frösche regneten vom Himmel und fraßen die Tiere auf der Erde krochen. Fluten schwemmten die Frösche hinweg.


Ein kleines Äffchen kauerte auf einem Baum und griff nach einer Banane und die Banane verschlang den Affen.

Die Erde öffnete sich und verschlang den Baum.

Der Mann saß in den Straßen einer großen Stadt. Die Lichter verlöschten und eine riesige Flutwelle floss vernichtend durch die Straßen und Gassen. Menschen mit Bechern in der Hand warteten auf die Flutwelle und versuchten ihre Becher zu füllen, wurden stattdessen jedoch einfach weggespült,  weggespült wie Unrat.


Der Mann trommelte weiter, schneller, lauter, intensiver. Nun saß er in einem Kornfeld, der sich eine riesige Wolke näherte. Die Wolke wurde zu Millionen von Heuschrecken, die sich auf dem Kornfeld niederließen und alles innerhalb von kürzester Zeit auffraßen.


Eine Frau saß in einer Hütte, vor der ein durchscheinendes Tuch gehängt war. Die Hütte kam näher und Näher. Die Frau saß auf dem Boden und säugte mit einer Brust ein Kind und mit der anderen einen Mann. Die Frau wurde zunehmend dünner, älter und zerfiel zu Staub.


Der Mann hatte nun keine Trommel mehr, sondern blies in ein langes Rohr. Ein lauter tiefer Ton drang aus dem Rohr. Bilder über Bilder flogen vorbei. Bilder von Kriegen, Bilder von Hunger, Bilder von Durst.Ein Mann saß vor einem vollen Teller mit verschiedensten Essen, schrie immer wieder „Hunger, Hunger“ und streckte flehend seine Arme aus.Fischer warfen ihr Netz aus, holten es wieder ein und hatten Dosen und Mutationen von Fischen im Netz, die sie vor Abscheu wieder über Bord warfen.


Eine Frau öffnete einen Wasserhahn, doch kein Tropfen Wasser entströmte den Hahn, sondern nur Sand und Staub. Diese Frau ging zu einem Spiegel und schminkte sich ihr Gesicht, als ob nichts wäre, wechselte die Kleider, probierte eines nach dem anderen an und drehte sich im Kreis, wie zum Tanz.

Eine andere Person tauchte auf und hielt wiederum eine Tasse unter dem Wasserhahn. Wasser strömte in die Tasse, doch die Tasse hatte keinen Boden und die Person konnte nur Tropfen an den Rändern der Tasse auffangen, die sie begierig mit der Zunge ausschleckte um dann wieder die Tasse in den Strahl des Wasserhahnes zu halten.

Der Ton wurde immer lauter und begann einen immer schnelleren Rhythmus anzustimmen. Immer mehr Menschen seiner Art gesellten sich zu ihm, trommelten mit ihm und spielten auf den großen Rohren.


Die Musik wurde immer mächtiger, plötzlich wurde es ganz still und die ganze Welt hüllte sich in ein rot, so rot wie Blut. Flüsse, Meere, die Erde,  wurden in rotes Blut gehüllt. Es war still auf der Erde, nichts war zu hören, nicht einmal der Wind war noch existent. Doch dann ging plötzlich die Sonne auf und der Mann verbeugte sich vor dieser Sonne. Er drehte sich um, ein Lächeln lag auf seinem Gesicht und seine Augen strahlten, wie Sterne, in der sich die aufgehende Sonne spiegelte.Was ist los.


Was ist los, hörte Maria plötzlich. Jemand rüttelte sie hin und her. Sie kam langsam zurück, wurde wach und einer der Fahrer sah sie mit seinen großen Augen an. „Haben sie schlecht geträumt? ….

© Lennart Cole

https://lennartcole.blogspot.de/


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Am 14.2. ist Valentinstag, am 15.2. ist Kinderkrebstag

Am 14. Februar ist Valentinstag. Das weiß Jeder.
Am 15. Februar ist Kinderkrebstag.
Das weiß Niemand.

Ich möchte meinen kleinen, bescheidenen Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert.


Vielleicht steht auch in dem Punkt unsere Welt mal nicht weiter auf dem Kopf, sondern stellt sich mal auf die Füße. Euer Lennart Cole

Cowboy und Indianer -ein Lustvolles Spiel-

Textauszug: aus meinem Buch "Lümmel Luder Lust"
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…Ich spielte gerne mit den Jungs aus der Nachbarschaft Cowboy und Indianer. Ich spielte es nicht, weil ich Puppen oder sonstiges Mädchenspielzeug nicht toll fand, ich spielte es weil ich jedes Mal gegen Ende des Spiels gefesselt wurde. Wenn ich gefesselt war, fühlte ich mich wohl, frei, verzückt. Ich brachte den Jungs bei, mich fester zu fesseln, öfter zu fesseln. Einmal vergaßen sie, mich sogar loszumachen und ich verbrachte Stunden gefesselt an einem Baum, bis mein Vater mich fand, mir die Fesseln löste und meinte, mich trösten zu müssen. Ich brauchte aber gar keinen Trost, ich genoss es und war ihm innerlich böse.

Später, als ich größer war, zwölf oder dreizehn, spielten meine Freundinnen mit mir Doktorspiele. Was ich dabei besonders liebte, waren Nadeln, die wir als Spritzen einsetzten. Ich brachte meiner Freundin bei, mich damit fest und fester zu piksen. Es erregte mich. Die, die mir…

Bedeutungslos wichtig

Ich heiße Lennart Cole. Mehr als 99,999% der Menschheit wissen nicht einmal, dass ich existiere. Das unterscheidet mich nicht von den allermeisten Menschen auf dieser Welt.
Für die absolute Mehrheit der Menschen auf unserer Erde habe ich keine Bedeutung und doch sitze ich fast jeden Tag an meiner Tastatur und schreibe meine Gedanken, Gedanken über unsere Welt, Gedanken über unserer Epoche, aus Beobachtungen, Erlebnissen, Politik und Erkenntnissen.

Bedeutung habe ich nur für ganz wenige Menschen und noch weniger Menschen von denen, für die ich eine Bedeutung habe, kennen mich wirklich.

Ich fühle mit den Menschen auf dieser Erde, denn ich habe viele Länder persönlich bereist, viele Menschen unterschiedlichster Kulturen kennenlernen dürfen und erlebe eine Welt, die sich immer mehr in Lager spaltet.

Ich erlebe eine Politik die Weltweit Existenzen, Träume und Leben zerstört, obwohl sie die Mittel hätte es auch anders zu tun.

Ich erlebe Macht und Gier als eine hochexplosive Mischung und di…

Vorläufiges Vorwort zum Buch lüftet erste Geheimnisse

Lennart Cole lüftet in seinem "vorläufigen Vorwort" zum Roman, "Die Wächter der Waage" ein wenig das Geheimnis, worum es in dieser spannenden Geschichte, die in mehreren Teilen erscheinen wird, geht.

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Vorläufiges Vorwort von Lennart Cole -Die Wächter der Waage-
Manche Geschichten erfindet man nicht, man wird von Ihnen gefunden, oder sogar in sie hinein geboren. Mich beschäftigte diese Geschichte von Kindesbeinen an, beseelte meine Fantasie und forderte in all den Jahren die vergangen waren, meine Vorstellungskraft, aber auch Gefühl und Verstand. Der Versuch Sie nieder zu schreiben scheiterte das eine und andere male. Als ich es endlich wagte den Beginn der Geschichte auf zu schreiben und das erste Buch veröffentlicht war, zweifelte
ich daran, war ohne große Hoffnung, dass es irgendjemand anderen interessieren …

Wünsche?

"Wünsche? Was sollen sie schon bewirken. 
Sie verhallen in der Unendlichkeit, ungehört, keiner spürt Sie, keiner fühlt Sie, niemanden berühren Sie und in uns selbst verblasst mit der Zeit der Wunsch, bis wir uns selbst nicht mehr erinnern können, was uns durchdrungen hat von Kindesbeinen an. 
Zurück bleibt eine unerfüllte Hoffnung, eine tiefe Traurigkeit im eigenen Herzen, an deren Grund man sich selbst nicht mehr erinnern vermag.

"So, so. Das glaubst Du?
....Wünsche vergehen nicht, sie verklingen nicht. Das Leben, wenn es so sein soll trägt es über Grenzen hinweg, manchmal sogar über Raum und Zeit und wenn es so sein soll bläst er wie einer sanfter Wind in ein Instrument,  berühr eine Seite in den Seelen. Glaube mir, so begann die Schöpfung und so wurde ein Wunsch über Raum und Zeit plötzlich zu einer unvorstellbaren Musik, gespielt von unzähligen Seelen in einem großen Orchester. 

Oft fehlt uns nur die Geduld und unsere scheinbare Vergänglichkeit lässt uns zweifeln, weil wir gl…