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Das Gefühl, etwas stimmt nicht in der Partnerschaft

(LC) 17.05.2017 Kennt ihr das Gefühl? Ich schrieb in meinem Buch "Lümmel Luder Lust" folgendes:
"....Eine Frau war mit ihrem damaligen Freund zum Essen verabredet. Sie wollten sich um 18:00 in einem Restaurant treffen. Um 19:00 wartete ihr damaliger Freund jedoch nicht mehr vergeblich und beschloss nach  Hause zu fahren.
Erst spät am Abend erreichte er sie dann telefonisch und fragte einfach nur eine Frage, die wir alle fragen würden: „Warum?“
Die Frage nach dem –Warum- ist interessanter Natur, wie wir gleich feststellen werden. Ihre erste Antwort war:
„Weil ich bei der Arbeit noch zu tun hatte.“
Er fragte wieder: „Warum?“
Sie antwortete: „Ich habe die Zeit verloren und den Bus verpasst.“
Er fragte wieder: „Warum.“
Sie antwortete: “Weil es dann so spät war, bin ich gleich zu mir nach Hause gefahren.“
Er blieb hartnäckig und fragte energisch: „Verdammt noch mal, Warum?“
Diesmal ließ die Antwort auf sich warten.
Sie antwortete jetzt nicht mehr so nervös, sondern leise, fast schon sanft: „Weil ich Dich nicht sehen wollte.“
Ende der Geschichte.


Ich konfrontierte meine Frau mit meiner größtmöglichen Offenheit und Ehrlichkeit, nicht mehr und nicht weniger, denn ich wollte aufhören über mich selbst zu schweigen. Ich wollte das, was ich spürte, fühlte, dachte einfach loswerden. Ich wollte das Leben sehen wie es ist und nicht wie ich es gerne hätte..." Textauszug Ende

Was hat uns das zu sagen. Dieses Gefühl, es stimmt was nicht, etwas fühlt sich komisch an, dringt tief und ist sehr belastend. Häufig ist da auch was dran, erst recht, wenn der Partner darüber einfach hinweggeht. "Ich bin glücklich. Mir fehlt nichts. Alles ist gut. Ich liebe Dich. Fertig."

Dann macht man Erfahrungen, denn es ist schwer in der Partnerschaft etwas zu verstecken. Selbst wenn man es noch so gut macht, noch so heimlich, still und leise, so spürt doch der Partner, dass etwas nicht stimmt, etwas nicht zusammenpasst, oder unlogisch ist.
Man spürt es im alltäglichen, spürt es beim Sex, spürt es an der Freude. Es ist bei jedem anders und so ist es schwer allgemein ein Fazit zu ziehen. Der eine verfällt in Passivität, der andere in Überaktivität. Irgendwie ist die Freude weg und im gleichen Atemzug hört man dennoch auf Nachfragen, wie es einem geht, dass altbekannte, mir geht es gut, mir fehlt nichts usw.

Wie kommt es, dass viele phasenweise, oder nach einiger Zeit in der Partnerschaft, den Mut verlieren ehrlich zu sich zu sein und offen gegenüber den Partner. 
Jeder hat Sehnsüchte, Wünsche, Vorlieben, Neigungen, geliebte Gewohnheiten. Manch einer lernt sich kennen, traut sich aber nicht, sich über sich zu äußern. Wieso? Leben ist Veränderung. Leben ist keine Gerade. Man weiß eigentlich um sich, man handelt ja danach, aber gibt diesen versteckten Handeln dann einfach andere Namen und schon existiert es nicht mehr?
Doch, tut es. Es existiert so real wie die Schnitte Brot am Morgen. Wenn jemand immer wieder den Kick des kribbelns braucht, sich immer wieder mal so fühlen möchte wie beim ersten Treffen, dann ist das nicht wegzureden. Solche Menschen tun das immer wieder. Sie suchen den Flirt, treffen und landen evtl. sogar mit dieser Person im Bett. Sehnsüchte, Wünsche, eigenes, was es auch sein mag, in der Partnerschaft zu leben, in der Offenheit zum Partner zu leben, etwas gemeinsames daraus zu gestalten, wie immer es auch aussehen mag, diese Chance geben sich nur ganz, ganz wenige Paare.

Wenn man weiß, -vorausgesetzt man hat einen Partner, der einen wirklich liebt und zumindest ein wenig Empathie mitbringt, sich um den Partner bemüht-, dass dieser Partner spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist, sollte man doch ein für alle mal diese Erkenntnis ins eigene Leben integrieren und sich öffnen.
Nein, leider ist es nicht so. Die meisten versinken lieber in Phrasen, äußern nicht, was sie fühlen, wie sie sich wirklich fühlen, suchen eventuell den Kick und Lösungen für Ihre Sehnsüchte und Wünsche außerhalb der Partnerschaft. 
Das Ergebnis ist klar. Man entfernt sich voneinander und der eigene Partner spürt die zunehmende Entfernung, die Abwesenheit und den Mangel an Glück im alltäglichen Leben, spürt es beim Sex, spürt die zunehmende Distanz im Zusammensein, spürt ein subtiles Desinteresse, Ignoranz und in anderen Bereichen ein bewundernswertes Engagement, wenn es um andere geht. Doch was soll dieser Partner, der darunter leidet dann tun?

Warum? Kein oberflächliches Warum wie nachfolgend.
Warum? Ich wollte einfach mal weg.  
Warum? Ich hab nicht daran gedacht.
Warum? Ich hab darüber nicht nachgedacht. Einfach so.
Warum? Das hat sich so ergeben.

Mal ehrlich. Man stellt doch den Partner in den Momenten als völlig verblödeten Menschen dar, als würde er sich mit solchen Antworten zufrieden geben können. Es fehlt hier einfach Inhalt.
Es geht hier um Gefühle, liebe Leute, es geht hier um ein Zusammenleben, es geht um Vertrauen, um Liebe, um Hoffnung, um gemeinsame Planung. Es geht darum, sich zu kennen und kennen zu lernen. 
Glaubt irgendjemand wirklich, man will sich auf jemanden verlassen, der Schritt für Schritt Distanz aufbaut, was in sich schon ein Verlassen ist. 
Glaubt jemand wirklich, dass man sich kennen lernt, wenn man sein wahres ICH versteckt oder mit Phrasen überdeckt.

Wie oft erlebe ich, dass dieser Mangel an Offenheit dann so weit geht, dass nicht nur Distanz da ist, sondern die Entfernung schon so groß ist, dass man nicht mehr von Partnerschaft, Liebe oder Glück reden kann. Dann packt der Partner den Hammer aus und lässt genauso oberflächlich wie zuvor denselben Kreisen und zerschlägt sämtliches Porzellan. 
Der, der sich mühte, der der wollte, steht mit 100 Fragezeichen im Gesicht da und ist noch hilfloser als er es zuvor schon war.
Der andere hat sein Schattendasein schon aufgebaut, ist schon längst mit allen fertig und hüpft auf den nächsten Baum. 

Geschichte zu Ende, Partnerschaft ade. 

Kann man hier was tun? Leider nein, denn die, die sich nicht öffnen, öffnen sich auch beim nächsten Partner auch nicht -vorausgesetzt, sie hatten einen liebevollen, empathischen, interessierten Partner-. 
Vielleicht gibt dies jedoch irgendjemanden, der es liest zu denken, denn Ehrlichkeit zu sich selbst, Offenheit gegenüber anderen, sind wichtige Eigenschaften, mit denen man sich selbst als Erstes den größten Gefallen tut und dann den Nächsten.
Nicht gelebte Ehrlichkeit und Offenheit führt zur Manipulation. Man wird dann selbst Täter von Unglück, was man über andere Menschen bringt.
Es ist eine schwere Form von Missbrauch, sein eigenes Fühlen nicht denen zu offenbaren, die einem nahe stehen, oder die es betrifft.

In einem Artikel auf Facebook schrieb ich:
"Wenn Menschen das sagen würden, was wirklich ist, dann hätte all das stets den richtigen Namen. Brauchen würde brauchen heißen, hilf mir, wäre eine Aufforderung, der dann jemand nachkommen könnte und Nutzen, wäre etwas, wo ein anderer mit entscheiden würde, ob er für eine Zeit etwas mit jemandem teilt. So wäre man entscheidsungsfähig.
Dem ist es aber oft nicht so. Vieles wird einfach LIEBE genannt und ein gegenüber wird manipuliert, weil eigentlich nur Nutzen, brauchen oder ein -hilf mir- dahintersteckt. Es wird dem gegenüber etwas vorgespielt, was nicht der Wirklichkeit entspricht. Es ist pures Kalkül unter dem Aspekt von Vorteil und Nutzen.
Das ist das Eine.
Doch viel schlimmer ist, dass dem Gegenüber die Entscheidungsmöglichkeit genommen wird, weil er manipuliert wird und so Zeit, Kraft und Gefühl in etwas steckt, was einen kalkulierten Hintergrund hat, den er nichteinmal ahnt. Denn wirklich nachfühlende, verantwortungsvolle Menschen glauben sind fähig zu lieben und handeln so.
Das ist dann bitter und ich wünsche jeden, sich das zu ersparen und sich zu entscheiden, ob er liebt oder manipuliert, weil er für eine Zeit etwas braucht und das dann auch so zu nennen. Ich finde gerecht, wenn ein Mensch eine Entscheidungsmöglichkeit basierend auf Tatsachen hat, die auf Offenheit und Ehrlichkeit basieren. Das ist für manche Menschen sehr schwere Arbeit um dort anzukommen, doch auch hier hilft Offenheit auf dem Weg dorthin.
Es gibt Menschen die helfen gerne, haben dann aber auch entschieden darüber, dies zu tun und fühlen sich somit nicht missbraucht.  Missbrauch schmerzt bis in die tiefen der Seele.
Klar und offen zu sagen was man will und fühlt gibt beiden die Chance wahrhaftig zu sein und beide gehen gestärkt danach weiter ihren Weg. Dies weiß man dann von Anfang an, oder ab einem gewissen Zeitpunkt.
Das Leben währt eine begrenzte Zahl von Jahren. Die Jahre von jemanden zu verschwenden, ist kein Kavaliersdelikt. 
Die Jahre von jemanden in der Form zu verschwenden ist schwerer Missbrauch. Menschen die teils bewusst oder ganz bewusst manipulieren brauchen dringend psychologische Hilfe, denn am Ende der Dinge werden sie ganz allein sein. Warum? 
Weil alles irgendwann stets offensichtlich wird, so sehr man sich auch müht etwas zu verstecken, zu verheimlichen oder weg zu reden. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da durchschaut das Spiel einfach jeder und man hält sich von solchen Menschen fern, um sich zu schützen. Sich selbst tun diese Menschen daher den größten Gefallen, wenn Sie dies ändern.

Daher lohnt es sich, an sich zu arbeiten, um ein ehrliches und offener Mensch zu werden. Niemand ist frei von Fehlern, doch daraus kann man lernen.

In dem Sinne, einen wunderschönen Tag. Euer Lenny


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