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Gedanken um das Wort „Sinn und Lebens-Sinn"

Wir Menschen sind „Sinn-suchende“ Wesen. 
Wir wollen beruflich etwas tun, was Sinn macht. Suchen den Sinn in unserem Leben. Suchen den Sinn in Geschehnissen.  In der Herkunft des Wortes Sinn leitet sich dieses Wort aus den Worten -Gang, Reise, Gefolgschaft-ab.
Wir Menschen stellen uns oft die Frage, ob unser Leben einen Sinn macht, oder machte? Welchen Sinn unser Leben hat, oder hatte? Suchen nach Bestätigung für unser eigenes Sein, sozusagen nach einer Berechtigung für unser Leben und nach Werten in unserem Leben. Wir urteilen über uns nach dem, was wir selbst wahrnehmen.
Der Sinn unseres Lebens bleibt uns scheinbar verborgen, ist schwer auszumachen und so manche Hoffnung, die wir in einem „sinnvollen Beruf“, oder in einer „Überzeugung“ legten, war im Nachhinein betrachtet eher sinnlos, als sinnvoll. Das macht uns dann traurig, gibt uns das Gefühl, alles war umsonst, war überflüssig, lässt uns zweifeln, so als hätte man seine Kraft, seine Zeit, seine Liebe, sein Engagement in die falschen Bereiche investiert.

Es gibt jedoch auch eine ganz andere Sicht der Dinge.
Wir suchen oftmals den Sinn in den großen Dingen. Ich habe als Zivi im Krankenhaus viele Menschen sterben sehen und dabei sehr früh eines von diesen Menschen mitbekommen. "Die Gedanken drehen sich nicht um die Taten, sondern oftmals um die Unterlassungen im Leben."
Unser Egoismus setzt noch etwas hinzu, nämlich den Bedarf nach Bestätigung unserer Taten. Dies setzt voraus, das unser Engagement in der Zeit, in der wir leben, zu einem guten, zufriedenstellenden und somit sinnvollen Ergebnis führt. Dann fühlen wir uns nicht überflüssig, sondern meinen etwas bewegt zu haben. Man braucht uns.

Was ist aber der Kern dessen, was Sinn, Lebenssinn, den Sinn des eigenen Daseins ausmacht?
Im Nachhinein betrachtet ist alles was uns selbst wirklich glücklich macht etwas, was nicht nur mit uns zu tun hat, sondern mit etwas, was wir über uns hinaus bewegten. Es ist somit keine Egozentrische Tat, sondern ein handeln, das außenstehende mit einschließt.
Das fatale ist, dass wir den Sinn unseres Lebens damit verbinden, das wir die Auswirkungen unserer Tat, unserer Handlung erleben wollen. Hier liegt der Kern, wieso wir oftmals nach dem Sinn unseres eigenen Daseins suchen und es uns so schwer fällt ihn zu finden. Es fehlt oftmals die Rückmeldung, was unser Handeln bewirkte.  Es fehlt oft das Erlebnis eines Ergebnisses unserer Tat, unseres Engagements.
Im Beruf treten wir oftmals mit Idealen an, die dann jedoch auf Grund der Regeln eins Unternehmens und dessen wandelnde Ziele weit von unseren Idealen abrücken. Dies nehmen wir erst nach vielen Jahren wahr und dann kann das sehr frustrierend sein. Den Sinn im Beruf zu suchen, ist somit eine schweres unterfangen, da unsere Aufgabe und unser damit verbundenes handeln stets auch der Instrumentalisierung und Manipulation unterliegt. Berufe sind Schachtel in einem System, die den Regeln der jeweiligen Zeit unterliegen.

Wir sieht es jedoch im täglichen Leben aus?
Ich schrieb in einem Zitat: „Wenn die Welt nur aus großen Dingen bestünde, hätte sie wahrlich Mut zur Lücke.“
Dieser Ausspruch war mit selbst nicht nur ein Trost, sondern basierte aus folgenden Feststellungen in meinem 55 jährigen Leben und den vielen Erfahrungen noch älterer Menschen.
Wir erleben selten die wahren Auswirkungen unserer Taten im Leben, weil wir die Kette, die sich aus unseren Entscheidungen und den darauf folgenden Taten, nicht überschauen lässt. Unser Leben ist ein kurzes Leben. Handlungen und ihre Auswirkungen können jedoch ohne weiteres über unseren Tot hinausreichen und Menschen und Bereiche erfassen, die wir nie kennen lernen, Wege öffnen und schließen, die wir nie beobachten, bei völlig Fremden, weit entfernt von uns selbst.

Eine kleine Geschichte:
Eine Frau geht einkaufen und bezahlt dann ihre Ware an der Kasse. Ihr fällt eine alte Frau auf, die mit mehreren Einkaufstaschen bepackt Mühe hat, die Waren zu tragen. Ohne nachzudenken, geht die Frau auf die ältere Dame zu und fragt sie, ob sie ihr helfen kann. „Das ist aber sehr lieb von Ihnen. Ich kann gut Hilfe gebrauchen.“ Die Frau nimmt der älteren Dame einige Taschen ab und begleitet Sie nach draußen. „Wo müssen Sie denn hin.“ „Ich könnte ein Taxi gebrauchen, ich schaffe das wohl nicht mit dem ganzen Zeug. Ich wohne in der Nähe.“ „Darf ich Sie nach Hause fahren.“ „Ich möchte Ihnen keine Umstände machen,“ erwidert die ältere Dame. „Ich tu das gern für Sie.“ Die Frau geht mit der älteren Dame zum Auto, sie verladen die Einkaufstaschen und fährt Sie nach Hause.“ Auf dem Weg sehen sie einen LKW, der im Graben neben der Straßé lag. Der Anhänger des LKW war umgefallen, die Ladung war verstreut, die Polizei war noch nicht zugegen. Die Frau konnte die Umfallstelle noch umfahren, weil Unfall direkt an einer Bushaltestelle stattfand. „Gut das wir darin verwickelt waren,“ sagte die ältere Dame. „Das muss wohl gerade passiert sein. Bei der älteren Dame angekommen halt die Frau noch mit die Einkaufstaschen in die Wohnung zu tragen. Ohne zu zögern, reichte Sie ihr 10 Euro und setzte hinzu. Die Frau wollte ablehnen, aber die ältere Frau bestand darauf. Sie ältere Frau wusste nicht, dass die Frau das Geld dringend benötigte, um tanken zu können, denn sie hatte kaum Geld übrig und wußte nicht, wovon Sie tanken sollte, um am nächsten Tag wieder zur Arbeit fahren zu können.
Bis dahin, sind das noch alles Erlebnisse, die in der Gegenwart stattfinden, doch es geschah noch etwas anderes. Die ältere Frau hatte durch ihr Dasein verhindert, dass die Frau in den Verkehrsumfall verwickelt worden wäre und ihr mit dem Geld ermöglich das Auto betanken zu können, um am nächsten Tag ihrer Arbeit nachzugehen.
Aus diesen Taten erwuchs jedoch noch etwas anderes. Der Mann, der zu Hause, auf seine Frau wartete, schickte seiner Frau eine Kurznachricht, ob alles in Ordnung ist. Er machte sich Sorgen, denn sie wollten nach dem Einkauf zu einem Termin und jetzt würde es eng werden. In dem Moment klingelte der Postbote und der Mann ging nach draußen, um den Postboten den Weg zu ersparen. Er nahm zwei Briefe in Empfang. In dem Moment sah er den Nachbarn, der auf sehr wackeligen Beinen seinen kurzen, täglichen Spaziergang machte. Der Nachbar schwankte und drohte zu fallen. Der Mann eilte zum Nachbarn, stützte ihn und begleitet ihn zurück in die Wohnung. Dort rief er auf Bitten des Nachbarn seine Unterstützung an, denn es ging ihm sehr schlecht……
Das ist der Kern, wieso es uns selten gelingt einen Sinn in etwas zu sehen, was unser eigenes Leben betrifft. Wir sehen nur einen Ausschnitt dessen, aber äußerst selten die Auswirkungen dessen.

Vielleicht ist das dem Einen oder Anderen ein Trost oder ein zusätzlicher Blickwinkel.
Unsere Taten, unser Handeln, in den unendlich vielen kleinen Dingen des täglichen Lebens, haben Ihre Basis in unseren Entscheidungen und die haben stets Auswirkungen und lösen eine Kette von Geschehnissen aus, die wir nur Ansatzweise überschauen.
Unsere Entscheidung und unsere darauf folgende Taten bewegen unsere Welt.
Somit lebt kein Mensch auf dieser Welt ein sinnloses Leben, denn wir sind oftmals Auslöser von etwas, was sehr groß werden kann, jedoch scheinbar nicht mit uns in Verbindung steht.
Sicherlich orientiert man sich gerne an ganz große Männer der Geschichte und kommt sich dann ganz klein vor. Sicherlich kann eine Idee die Welt verändern, aber eigentlich tut das nicht die Idee, sondern die vielen kleinen Taten von vielen, die dann wie ein Lauffeuer Lichter anzünden, deren Ausmaß man nicht überhauen kann.
Die Täter verändern die Welt, die Tat eines jeden Einzelnen, auch wenn wir es nicht überschauen können, wenn in der Kette der Geschehnisse Menschen, Leben oder anderes damit verbundene von unserer Tat als Auslöser bewegt wurden.
„Wir alle Sing Zahnräder einer Uhr, doch zusammen sind wir diese Uhr, auch wenn wir uns nicht so wahrnehmen.“ Euer Lenny

Ein schöner Film zum Thema:
Trailer zum Film "Die Rote Violine"

Kommentare

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