Gedanken bei einer Beerdigung -Mein Lebensfilm-

Da liegt er nun, gepackt in eine Kiste aus Holz. Das bleibt von uns, wenn wir gehen und wir gehen alle irgendwann, so, oder so.
Der geistliche hält seine Zeremonie und erzählt danach über das Leben, Werdegang, Stationen des Lebens, über Liebe, Verlust, Suche und finden.
Er erzählt nicht oberflächlich, sondern geht sehr tief auf besondere Eigenschaften, auf den Character des verstorbenen ein.
Ich sitze da und höre zu und gleichzeitig denke ich. Was ist denn nun, wenn ich der wäre, der da liegt. Was sagt man über mich. Was sagt man über mein Leben, meine Taten, meinen Gang durch die Welt, meinen Character, mein Schaffen? Was hinterlasse ich?
In der Nathtodforschung wird gesagt, dass jeder Mensch sein Leben am Ende wie einen Film sieht.
Wir drehen also jeden TAG, in jeder Stunde eines Tages unsere Lebensfilm. Wir werden von weitaus mehr Menschen gesehen, als wir glauben. Einige von Ihnen erleben uns sehr nah. Ganz wenige kennen uns wirklich, sehen das innerste, haben engsten Kontakt zu uns.
Wir drehen jeden TAG unseren Lebensfilm mit unendlich vielen Kleinigkeiten, die in die Welt dringen, in die Welt die uns in den jeweiligen Momenten umgibt.
Ich frage mich, wie mein Lebensfilm aussieht, denn irgendwann, wenn wir gehen, sehen wir selbst als Erstes unseren Lebensfilm an. Wir sind dann Vorführer und Betrachter in einem.
Bin ich mit dem, was ich geschaffen habe zufrieden, oder sogar glücklich. Fehlt noch etwas? Habe ich noch Arbeit an mir? Möchte ich noch etwas erschaffen? Gehe ich mit den Menschen, dem Leben, der Natur, den Lebewesen so um, dass ich mich selbst dafür lieben kann, oder besteht mein Lebensfilm aus vielen Werbepausen, aus wenig Inhalt, aus vielen Sequenzen ohne Bildern, weil ich nicht Täter sondern nur Beobachter war?
Was erwarte ich vom Leben und somit von mir selbst?

Alles Fragen, die man sich rechtzeitig stellen sollte, früh genug, um nicht überrascht zu sein, wenn plötzlich das letzte Sandkorn der eigenen Sanduhr fällt. Den Kern seines Wesens zu ergreifen, zu leben und wirken zu lassen, ist mir wichtig und in solchen Momenten werde ich daran erinnert, Inventur zu machen. So macht es stets Sinn zu tun, was diesen eigenen Wesen entspricht, was gelebt sein will, was uns ausmacht, was uns wichtig ist.
Ich wünsche uns Allen dabei gutes gelingen und den MUT es einfach zu tun. Euer Lennart Cole

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