Gedanken über Wissen, Erkenntnis und handeln

Jeder von uns weiß sehr viel. Wir wissen und doch leiden wir. Wir wissen und doch schaffen wir es nicht so zu fühlen und zu handeln, um aus dem Wissen auch das innere Gefühl zu entwickeln und daraufhin Taten folgen zu lassen, die dem Wissen entsprechen.Wir Wissen vieles seit Jahrhunderten und doch ändert sich nichts!


Woran liegt das? Ich möchte versuchen ein komplexes Thema zu beleuchten und weitere Blickwinkel geben.


"Wissen ist nicht verstehen. Verstehen ist nicht durchdringen. Durchdringen ist nicht erkennen. Erkenntnis ist alles in allem und lässt uns das, was wir wissen auch in fühlen und somit in Wort und Tat anwenden ohne zu leiden.

Wieso kannst Du das? Wie machst du das? Das sind fragen von außenstehenden, die nicht verstehen, wie man zum Beispiel "etwas so lassen kann", oder wie man etwas für andere unerträgliche "tragen kann".

Es ist eine Frage der Erkenntnis und die hat einen langen Weg in uns selbst hinter sich, bevor sie zu etwas wird, was wir erkennen und uns ganz durchdringt. Irgendwann, plötzlich, nach langer Zeit können wir etwas, was uns vorher unmöglich war.

Ich möchte hier ein Beispiel geben. Es ist zwar ein wenig abstrakt, aber sicherlich verständlich.
Wir lernen das geben und nehmen wichtig sind.

Beziehungen werden oft darüber definiert, dass geben und etwas bekommen im Gleichgewicht sein sollte. Dies ist in keiner Weise falsch, aber ist es wirklich auch alles?
Es ist wichtig hier mal hinzuschauen, was dies im Einzelnen bedeutet und welche Wirkungen dies hat.

Wir handeln und handeln damit auch in Erwartung. Handeln wird somit auch immer wieder zu einer Reaktion. Aktion, Reaktion, Wertung. Dies geschieht nicht sofort in jedem einzelnen Fall, manche sammeln Ereignisse und machen dann einen Strich darunter um dann eine Fairness Abrechnung zu erstellen. Taffe Menschen werten oder wichten in fast jeden einzelnen Moment und berechnen den Moment. Wir empfinden Sie als harte Verhandlungspartner, die jedes Detail prüfen.


Was steckt dahinter?
Zum einen das Streben nach Gleichgewicht, aber auch das Streben nach Vorteil im Rahmen seines eigenen Vermögens und Unvermögens. Darauf möchte ich später noch eingehen. Es ist eine Art Schutz nicht übervorteilt zu werden, aber auch Selbstachtung, damit die eigenen Bedürfnisse gestillt werden.
Basis dieses Verhaltens ist sicherlich auch eine Art Angst davor, sich selbst in den Momenten nicht zu verlieren und das aufrechnen eines Momentes mit den eigenen Vorstellungen macht uns klar, wie wir in diesen Moment dastehen mit unseren Ansprüchen, Notwendigkeiten, Erwartungen.

Wir lernen uns dadurch kennen. Das ist ein wichtiger Schritt.
Wir reagieren so aber auch auf Menschen. Wie du mir, so ich dir, oder distanzieren uns, oder verhandeln neu, vielleicht trennen wir uns.
Dies ist die normale Art, wie Menschen mit Beziehungen umgehen, sei es am Arbeitsplatz, im Geschäftsleben u.o. in der Partnerschaft oder Freundschaft.

Jetzt, an dieser Stelle, möchte ich einen anderen wichtigen Aspekt einwerfen. Unsere Defizite. Wir handeln und werten auf Basis unseres Vermögens und Unvermögens.
Fainess beruht natürlich auch auf Wertung. Was wir persönlich für Fair halten empfinden wir als angenehm oder unangenehm, mit allen Farben und Graustufen natürlich.

Ein extremes Beispiel um uns das mal zu verdeutlichen. Ein Narzisst hat einen kaum zu stillenden Bedarf an Bestätigung in unterschiedlichster Form und Ausprägung. Fairness aus Sicht eines Narzissten können wir uns lebhaft vorstellen.

Ein impulsiver Mensch ist sprunghaft und neigt dazu in bestimmten Situationen immer wieder seiner Gefühlswelt Luft zu machen. Er atmet sozusagen seine aufgestauten Gefühle unkontrolliert aus, weil er nicht in der Lage ist diese in sich selbst zu ertragen. Dann müssen andere herhalten und vor allem müssen andere die Bedürfnisse erfüllen, je nach Stimmung und Laune.


Was hat das nun mit unserem Thema zu tun. Viel. Wir erkennen, dass Fairness kein festgelegter Begriff ist, mit klaren Regeln, sondern Fairness abhängig vom Vermögen und Unvermögen des einzelnen Menschen ist. Es ist also ein subjektives Empfinden einer Person. Sehr komplex wird es dann, wenn uns klar wird, dass jeder Punkt einer Wertung eines Moments, einer Situation somit auch mit dieser Gefühlswelt eines Menschen eng verbunden ist.


In der Psychologie hat man festgestellt, dass jede sachliche Entscheidung mindestens zu 50% eine Gefühlsentscheidung ist. Wir sollten diesen Gedanken mal an uns heran lassen. Dies beinhaltet aber auch, dass wir uns gerne mit dem umgeben, was uns gewohntes schenkt. Das ist wichtig dies zu erkennen. Gewohntes muss sich nicht immer gut anfühlen. So sorgen wir auch unbewußt für unser eigenes Leid.

In der Beratung unterscheidet man folgende Kategorien:

unbewusst unfähig, bewusst unfähig, unbewusst fähig, bewusst fähig.

Ich denke gerade an eine humorvolle Situation aus meinem Leben als Berater in einem Unternehmen.

"Wir saßen in einer geschäftlichen Besprechung der Führungskräfte des Unternehmens. Irgendwann wurde die Diskussion in einem Punkt recht heftig. Der Geschäftsführer ballte plötzlich die Faust und schlug mit ihr auf den Tisch. Was er während dessen sagte, brauchte mich dazu laut zu lachen. Es war aber kein höhnisches lachen, sondern ein wirklich humorvolles. Er sagte dabei laut: "Lasst und jetzt verdammt noch mal sachlich sein."

Doch zurück zum Thema. Fairness ist also individuell. Jeder Mensch handelt und wertet nach Vermögen und Unvermögen.
Zurück zu den Fragen: "Wie kannst du das? Wie machst du das?"

Ich lasse den anderen sein, denn jeder Mensch handelt für sich im Rahmen seines Vermögens und Unvermögens. Dies schließt mich mit ein. Ich habe im laufe der Jahre gelernt, zu lassen. Ich lasse den anderen Menschen sein wie er ist. Nicht aus Ignoranz, oder weil mir alles egal ist.

Ich habe schlicht nicht den Anspruch ihn zu ändern. Ich habe nicht den Anspruch ihn zu kritisieren. Ich spüre den anderen Menschen intensiv. Ich erlebe ihn. Ich beobachte ihn. Ich nehme ihn wahr. Ich weiß, er ist ein eigenständiger Mensch, der für sich so handelt, weil er so handeln muss. Er hat keine andere Möglichkeit, keinen weiteren Weg. Der andere ist ein Teil von mir, ein Teil meiner eigenen Erfahrungen und somit war oder ist er auch ein Teil meiner Gefühle, die ich nachfühlen kann.


Wo bleibe ich in solchen Momenten. Ich nehme wahr und lasse es. Ich reagiere nicht darauf, sondern ich handel so,wie ich bin. Was heißt das denn nun?
Beispiel: "Das ist zum kotzen, jetzt hole doch mal die Scheiße. Alles muss man allein machen."

Das empfindet dieser Mensch so. Ich weiß aber für mich, ich konnte nicht wissen wo es ist, was ich holen sollte. Ich suchte, aber vergebens. Ich lerne nun aber wo es ist und weiß es fürs nächste mal. Wenn es zu viele Sachen an einem Tag sind, dann kann es natürlich sein, dass ich von den Vielen, wieder das eine oder andere vergesse. Ich weiß aber für mich, dass ich auch das mit der Zeit finden werde, weil ich es auch finden will. Ich helfe gerne und interessiere mich für meine Arbeit."

Somit lasse ich los, aber handel selbst. Ich bin mit mir im Reinen. Ich bin weder in Konfrontation, noch verlasse ich mich selbst in meinem Anspruch. Ich habe einen Anspruch an mich selbst, egal wo ich mich befinde und unabhängig von Befindlichkeiten, von Vermögen und Unvermögen eines anderen. Man ist somit sein eigener Spiegel soweit man es zulässt und sich selbst in sich erträgt.

Ich handel und dieses Handeln, aus meinen Erwartungen an mich selbst, ist mir wichtig, unabhängig davon, ob meine Gegenüber wahrnimmt, dass ich auch in seinem Sinne handel, denn vieles ist einfach nur eine Momentaufnahme, die mit einer Gesinnung nichts zu tun hat.

Ich möchte hier eine Verkettung aufzeigen, die mir persönlich wichtig ist...

Diese Erwartungen an mich selbst haben Ihre Wurzeln in den Erwartungen, die ich an das Leben habe.
Die Erwartungen, die ich an das Leben habe, werden durch mein Handeln geprägt, denn das was ich vom Leben erwarte, hat Ursache und Wirkung in meinem Handeln, in meinem Vermögen und Unvermögen.
Somit ist das Leben, das ich erlebe, so, wie ich mich in allem selbst bewege. In Fühlen, Entscheidung und Handeln.

Die größten Erwartungen habe ich somit an mich und wenn ich Erwartungen an andere Menschen habe, ist dies lediglich für mich ein Wink, diese Erwartung in mir selbst zu erfüllen, um das zu sein, was ich vom leben erwarte.

Mein Zitat: "Lebe Dein Leben so, wie Du Dir die Welt wünschst." -Lennart Cole... ist mein Erkenntnis-Satz zum geschriebenen und an dem werde ich sicherlich mein ganzes Leben üben.

Erkenntnis ist Alles und ich bin überzeugt davon, dass es in unserem Leben genau darum geht, Erkenntnis zu sammeln. Egal wie viel wir auch tun, es geht um das, was wir zu lernen haben und dies ist sehr individuell, aber immer persönlich. Begegnungen zeigen uns unsere Grenzen in uns selbst. Sie werden spürbar und wir haben damit die Chance zu lernen und Erkenntnisse für uns zu finden.


Ich hoffe, ich konnte verständlich ausdrücken, worum es mir geht und es darf natürlich gerne kommentiert und diskutiert werden. Euer Lennart Cole










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