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Dringende Hilfe für Paul, seine Geschwister und sein kleines Dorf im Gambia

Gambia ist eins der ärmsten Länder der Welt. Viele Menschen wollen nach Europa, um ihre Familien zu unterstützen. Die Flucht endet oft in Libyen. Wenn es am Abend kühler wird, spielen die Kinder im Dorf. Den Namen des Dorfes möchten die Bewohner aus Angst vor Entführern in Libyen nicht in der deutschen Zeitung wissen: Kontakte nach Europa treiben die Lösegeldforderungen der Erpresser in die Höhe.
Im europäischen Winter, um kurz nach 14 Uhr, klettern die Temperaturen auf über 40 Grad in Westafrika.
300 Kilometer östlich von Banjul, der Hauptstadt Gambias, ist die sandige Dorfstraße menschenleer. Vor vielen der Hütten mit Wellblechdächern spielen nur vereinzelt Kinder im Sand. Bei einigen schimmert das krause Haar rötlich, ein Zeichen von Unterernährung. Frauen waschen mit Kernseife und Waschbrett im Schatten der Hütten oder bereiten eine karge Mahlzeit zu. Wenige Minuten später kommen ein paar ältere Männer und Frauen. Beim Mittagsgebet in der Moschee hat es sich herumgesprochen; es sind Besucher im Dorf, aus Deutschland.
Viele Jahre Diktatur, nun politischer Umbruch, jedoch ohne Veränderungen. Korruption und als wenn das nicht genug wäre, auch noch Naturkatastrophen......
Manchmal schenkt uns das Leben Begegnungen. Wir wissen manchmal nicht, wieso, wozu, warum? Sie stolpern ins Leben. Manche sind zweifelhaft, manche trügerisch und manche einfach ganz still und liebevoll. An manchen gehen wir achtlos vorbei, bei manchen fragen wir uns, wieso ich, wieso niemand anderes.
So erging es mir, als ich Paul auf Twitter kennenlernte.
Wir unterhielten uns, wir tauschten uns aus, es war einfach ein netter Kontakt. Ein Kontakt weit weg, in einem mir fremden Land und doch so nah, wenn man ab und an miteinander spricht.
Man interessiert sich für das Leben des anderen, irgendwann und dann kommen Fragen. Paul war immer sehr still, liebevoll und besorgt. Still über sich selbst, besorgt um andere.
Als ich dann zum ersten mal tiefer bohrte, fing Paul an über sich zu reden. Seher sparsam, sehr zurückhaltend.

Was ich dann nach und nach hörte, traf mich mitten ins Herz, denn er, ein 19 Jahre junger Mann, sorgt allein für sich und seine 4 Geschwister.

Wir kann das sein?
Wir, die wir selbst Eltern sind, kleine Kinder haben, oder große Kinder, die schon außer Haus sind, wissen, wie viel Verantwortung das in sich trägt. Wie muss es Paul dann ergehen in einem der ärmsten Länder der Welt.

Ich fragte und fragte und wollte mehr wissen und im nachfolgenden gebe ich Euch eine Zusammenfassung von Pauls Antworten wieder, die ich ins deutsche übersetzt habe:
Mein Name ist Paul und ich lebe in West Afrika, in Gambia 🇬🇲 .
Ich bin 19 Jahre alt und lebe, wo ich geboren wurde, in einem kleinen Dorf, das man Jarra Jabisa nennt.
Es ist ein kleines Dorf mit 150 Einwohnern.
Ich lebe allein mit meinen 4 Geschwistern. Wir haben unserer Eltern verloren.
Mein Vater ist 2014 gestorben. Letztes Jahr starb dann unsere Mama an Brustkrebs.  Ich lebe nun mit meinen 4 Geschwistern, 1 Junge und 3 Mädchen allein und bin für Sie Vater und Mutter.

Anmerkung: Paul sagte, warte mal. 10 Minuten später schickte mir Paul ein Video. Er begrüßte mich mit  seinen Geschwistern und sie riefen: hallo Lennart, wie geht es dir. Liebe grüße von uns für dich.

Seit wir unsere Eltern verloren haben konnte ich nicht mehr zu Schule gehen und mußte meinen Schulbesuch in der 11 Klasse abbrechen. Ich hatte kein Geld mehr für die Schule und arbeite jeden Tag hart für ein bisschen Geld, um uns zu ernähren. Ich sammle Holz, mache daraus Holzkohle, oder Feuerholz und verkaufe es weiter. So haben wir zu Essen, aber manchmal klappt es mit dem Verkauf nicht und wir haben Tage oder Wochen nur ein bisschen Mango zum Essen. Dann hungern wir.

Elektrizität haben wir nicht in unserem Haus. Es gibt im Dorf 2 Häuser mit Solar. Wir haben auch kein fließendesWasser. Wir müssen täglich zum Brunnen.
Wir bräuchten dringend eine Wasserpumpe und Geräte für die Landwirtschaft, um Gärten und kleine Äcker anzulegen, denn es geht vielen so wie uns in unserem Dorf.

Um zur Schule zu kommen, wenn ich das Geld dafür habe, bräuchte ich ein Fahrrad. Meine Schule ist fast 15km entfernt bei Mansa Konko. Meine Geschwister könnten dann auch wieder zur Primary Schule gehen.
Die ist zu Fuß erreichbar, nur 2km entfernt in Buiba.
Das ist zur Zeit aber nicht möglich, weil unser Geld nicht einmal für das Essen reicht.
Lennart, ich bin verzweifelt, aber ich spreche niemanden darauf an. Du bist der erste der fragt und deshalb antworte ich dir.
So viele betrügen im Netz und daher sage ich nichts, weil mir keiner glauben würde. Ich würde Hilfe brauchen, denn ich bin gerade sehr verzweifelt. Zur Zeit läuft der Verkauf wieder nicht gut und wir haben außer ein bischen Mango nichts mehr zu essen. Der Reis ist seit einigen Tagen alle.

Wir sprachen über vieles über viele Tage hinweg. Ich schlief einige Nächte darüber und recherchierte im Netz. Mit den Tagen öffnete sich Paul immer mehr und es entwickelte sich eine Idee, die umsetzbar ist.
Ich fragte, wie viel er und seine Familie benötigen, um überleben zu können und wie viel, um wieder zur Schule gehen zu können.

Wir brauchen für uns alle ungefähr 80 Euro im Monat für Essen.
Meine Schule kostet 200Euro im Jahr. Für meine Geschwister kostet die Schule 50Euro im Jahr pro Kind. Das enthält aber alles. Bücher, Uniform, Steuern, Lernmaterial, Pinsel und Stifte.

Ich fragte ob es einen Sprecher für das Dorf gibt, oder einen Dorfältesten:
Paul antwortete, dass der Sprecher des Dorfes ein Alkalo ist. Ein Alkalo ist ein Verwaltungsangestellter, vergleichbar mit einem Bürgermeister.
Ich fragte ob es Menschen im Dorf gibt die Erfahrung im Farming haben. Paul erzählte, dass es einige gibt, die viel Erfahrung haben und er hätte auch Erfahrung.

Ich schlief wiederum eine Nacht darüber. Paul schickte mir noch ein Bild mit meinem Namen darauf nach dem Video, um mir zu zeigen, dass es ihn wirklich gibt.

Ich sprach am Tag darauf mit ihm und sagte ihm zu, dass ich einen Artikel schreiben möchte, um Menschen zu finden, die mit kleinen Beiträgen mithelfen.


Ich besprach mit ihm eine Strategie, damit diese Menschen auch erleben, dass die Hilfe ankommt und kein Betrug im Spiel ist.
Wir vereinbarten, dass ich diesen Artikel über ihn schreiben darf und dass ich ihn veröffentlichen darf, wenn er ihn gelesen hat.
Ich sagte ihm, dass ich allein nicht helfen kann. Wir müssen mehrere Menschen finden, die das zusammen tun und wir müssen Ihnen die Sicherheit geben, dass die Hilfe auch dafür verwendet wird, wozu sie gedacht ist, denn viele Menschen in Deutschland und Europa haben auch nicht mehr viel Geld und müssen sehr sparsam sein. Umso wichtiger ist, dass wir uns VERTRAUEN lernen.

Wir verabredeten folgende Möglichkeiten:
1. Ich schreibe den Artikel und veröffentliche ihn. Paul veröffentlicht diesen Artikel auch auf seiner Twitter Seite.
2. Wir sammeln kleine Beträge ein für eine ERSTE HILFE. Ziel ist ca. 80 Euro für eine erste Hilfe gegen Hunger überweisen zu können.
3. Paul zeigt uns dann, was er mit dem Geld für sich uns seine Geschwister tun konnte, damit das Vertrauen untereinander wächst.

4. Danach erst starten wir monatlich einen Betrag zusammenzubekommen, damit genug für Essen, Trinken und Geld für Schule da ist und für ein Fahrrad. Das wären ca. 130 Euro im Monat. Bildung ist in Gambia sehr wichtig, um überhaupt eine Chance zu haben, sich eine Zukunft dort aufzubauen. 

5. Ich werde mich an Hilfsorganisationen wenden, die auf Pumpen und Brunnen spezialisiert sind, damit das Dorf die Basis für Gärten und Ackerbau bekommt, was ohne Wasser nicht möglich ist. Hierzu wird der Alkalo mit einbezogen.

6. Wir werden regelmäßig darüber berichten und Paul wird vieles mit Fotos und kleinen Berichten festhalten, damit wir teilhaben können an allem was sich mit der Hilfe bewegt.

7. Wenn alles so weit ist wird geschaut, wie wir die Landwirtschaftsgeräte beschaffen und wer dort wie helfen kann.

Was können SIE tun?
1. Für die Ersthilfe wollen wir so schnell wie möglich ca. 80 Euro sammeln und überweisen
2. Wir werden monatlich einen Bericht erstellen, der für jeden einsehbar ist. Dort sehen sie den Vornamen + Anfangsbuchstaben des Nachnamens und die Höhe der Spende.
3. Nach der Ersthilfe werden wir, wie beschrieben berichten und für die monatlichen Spenden aufrufen. Dafür werden wir ein PayPal Konto einrichten, dass ausschließlich diesem Zweck dient. Absolute Transparenz ist uns wichtig und wird gewährleistet.
Bitte spenden Sie wie folgt: 5, 10 oder maximal 20 Euro einmalig für die Ersthilfe.
Alles weitere wird, wie beschrieben erfolgen. Wir wollen die Überweisungen koordinieren und verbürgen uns, dass jeder CENT -abzüglich der Überweisungsgebühren- bei PAUL ankommt.

Herzlichen Dank
Mila & Lenny

Wir haben ein Spenden-Sammelkonto für die Ersthilfe eingerichtet. Wir bitten herzlich um Ihre Spende, denn die Lage ist sehr ernst. Wir werden absolute Transparenz gewährleisten.

Link zum Spenden-Sammelkonto bei PayPal: 

https://www.paypal.com/pools/c/83pBAxv5ZD








Kontakt: Lennart.Cole@gmail.com
Betreff: Hilfe für Paul

Gambia aktuell:
http://www.dw.com/de/gambia-das-ende-der-euphorie/a-39742114
https://www.waz.de/politik/warum-es-menschen-aus-gambia-nach-deutschland-zieht-id212615477.html






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